Ocincodias
5.- 10. August 2014
von Stefan König

Orcas im nordspanischen Felsenlabyrinth?

Beeindruckendes Gelände am 1. Tag
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Eine Handvoll deutscher OLer kombinierte in diesem Sommer den Urlaubsklassiker Spanien mit unserer bevorzugten Freizeitbeschäftigung, dem OL-Mehrtägler; denn sie fuhren in der ersten Augustwoche nach Cervera de Pisuerga (WKZ) bzw. Aguilar de Campoo (Camping) zu den O5DIAS südlich von Bilbao (Nordspanien). Insgesamt waren 1373 Aktive gemeldet, darunter 903 Spanier, 226 Franzosen und einem Rest aus 22 Nationen, inklusive Marcus Schmidt (H40) und Familie, Kirsten (D50) und Stefan König (H50) und Dirk Hartmann (H50).

Das Wetter spielte mit und fühlte sich den Läufern wesentlich stärker verbunden als den Urlaubern; das heisst, wir hatten nicht knapp 40 Grad, sondern deren 25. Sonne und Wolken gestalteten die Tage abwechslungsreich - und zwar jeden einzelnen. Für den Sport war das perfekt, für die Sonnenanbeter blieb der Trost, dass es daheim noch wesentlich unsommerlicher war. Die Etappen des 5-Tage-OL waren auch sehr unterschiedlich, was die Bahndaten anging; denn die Abfolge der OLs lautete: Lang, Mittel, Sprint, Ruhetag, Lang, Mittel. Bei D50 verirrte sich sogar noch eine Mittel-Bahn an einen Lang-Tag, so dass auf jeden Fall genug Energie blieb, um auch zwischen den Läufen die Umgebung zu erkunden, Baden zu gehen, an den vom Veranstalter angebotenen drei touristischen Ausflügen teilzunehmen, etc. Wessen Temperament noch nicht ausgelastet war, dem standen noch die sogenannten Carraras Antioficiales offen, z.B. Nacht-OL, Staffel-OL, Microsprint oder O-movil. - Kurz: es wurde viel, fast zuviel geboten, aber die Veranstalter hatten es sehr gut im Griff.

Die Etappen-Gelände in der fast 1000m über NN gelegenen, schon kargen Landschaft waren richtige O-Leckerbissen: teils offen, teils unüberschaubar; teils flach, teils steil; grundsätzlich fast keine Wege und dafür sehr viele Details, dazu oft felsig - und zwar richtig felsig, d.h. Einzelstücke, Bänder oder ganze Labyrinthe mit Felshöhen bis 10m! So kam es wie es kommen muss: Laufen gehört zum OL, aber entschieden wird das Ganze durchs Orientieren. Selbst der Sprint wurde nicht in einer Ortschaft oder einem Park ausgetragen, sondern in Terrain wie oben beschrieben. Wenn ihr die H50-Bahn anschaut (auf den Kartenausschnitt links klicken!), bekommt ihr einen Eindruck davon. Der Knüller ist, dass z.B. ich im konkreten Fall diese 13 Posten mit allen Gelände-Details in 16:06 min durchlaufen habe. Dirk war sogar nochmal 90 Sekunden schneller und gewann die Etappe.

Es war also eine sehr schöne Woche für uns! Wir können diese Veranstaltung (welche wohl alle paar Jahre stattfindet) rundum weiterempfehlen, und ich will abschliessend auch das Sportliche aus deutscher Sicht nicht unterschlagen, zumal alle vier anfangs Genannten ganz oben mitgemischt haben. Hinter einem Lokalmatador (Spanien!) erreichte Dirk den besten Gesamtplatz als Zweiter von 50 und er gewann die Sprintetappe. In der H50 folgte ihm Stefan direkt als Dritter, also auch aufs Treppchen (es wird gleich noch erklärt, warum das wichtig war) und hatte dabei an der zweiten Etappe den Tagessieg gelandet. Genau so machte es auch Kirsten (1. am 2. Tag und Gesamt-Dritte von 40 in D50). Schliesslich Marcus, der sich jünger fühlte als sein Pass sagt, H40 lief und Fünfter von 70 Teilnehmern wurde. - Der ausrichtende Verein Club de Orientación Río Carrión, kurz: ORCA, vergab als Preise eben Orcas: die Plüsch-Ausführung in lila für Etappensiege und die flauschigen schwarz-weissen für die ersten Drei der Gesamtwertung. Diese knuffigen Gesellen standen hoch im Kurs, und so waren wir happy so oft auf dem Treppchen zu stehen!