Antalya O-Days
25.-28. Februar 2010
von Marcus Schmidt

Antalya O-Days
OL, wo andere Urlaub machen!



Mit Blick auf den internationalen OL-Terminkalender, verbunden mit dem Wunsch, um die Faschingszeit eine OL-Woche abseits schneereicher trüber Wintertage zu verbringen, ließ mich die türkische Riviera aufhorchen. Ein 4 Tage-OL, direkt im touristischen Zentrum an der Mittelmeerküste rund um Side mit einer perfekten Infrastruktur für die Flugreise und die Unterkunft – und das zu einem unschlagbar günstigen Preis. Außerdem konnten die 900 Teilnehmer in der Tat überwiegend sonniges Wetter bei badetauglichen Temperaturen genießen – kräftige Regenfälle gab es nur während der Nacht, was insbesondere am ersten Lauftag zu großflächigen halbmetertiefen Wasserlachen führte.






Neben der Türkei waren weitere 11 Länder vertreten, nur schade, dass diese gerade mal aus insgesamt 34 Läufer bestanden – immerhin mit einigen skandinavischen WM-Aspiranten, allen voran Audun Weltzien. Dies tat der gesamten Veranstaltung allerdings überhaupt keinen Abbruch, denn umso mehr konnte man sich von der türkischen Gastfreundschaft und der tollen Atmosphäre der überwiegend jungen türkischen Teilnehmer vereinnahmen lassen. Alleine schon die traditionellen Tänze, umrahmt von orientalischer und moderner türkischer Musik im Zielgelände, ergänzt durch spontane Tanzdarbietungen von jung und alt, vermittelten uns viel Lebensfreude, und damit Türkei pur!





Nun aber zu den 4 Etappen, die jede für sich einen eigenen Charakter hatte. War am ersten Tag das weitgehend offene Wald- und Dünengelände und die Bahn noch relativ klar strukturiert, u. A. mit einem Schlussteil von mehr als einem Kilometer entlang dem Meeresstrand in tiefem Sand, so hatte der vierte und letzte Tag in zurückgezogenem bewaldeten Dünengelände, ein unregelmäßiges Gewirr an Wegen und Höhenlinien zu bieten. Beide Tage waren somit wie geschaffen für eine Mitteldistanz, insbesondere der schwierige letzte Tag. Die Langdistanz, gleichzeitig als WRE ausgerichtet, war dagegen einem steilen Gelände, ca. 20 km entfernt am Fuße des Taurusgebirge, mit vielen Routenwahlherausforderungen vorbehalten. Das Highlight war jedoch sicherlich der Sprint am zweiten Tag, direkt in und um die historische Stätten von Side, mit dem Start direkt am alten Amphitheater und dem Ziel nahe der Ruine des Apollon-Tempels. Dazwischen galt es den Hauptteil in einem sehr anspruchsvollen Labyrinth von Mauerresten, Steinen, Sandhügeln und Gestrüpp zu bewältigen, bevor uns dann der kurze Schlussteil durch den Ort führte.


Einzig schade war, dass die anwesenden türkischen Senioren nicht in unseren Altersklassen gestartet waren. Dementsprechend war es bspw. in meiner M40 durchaus eine Herausforderung, nicht Letzter zu werden, was mir gegen meinen einzigen Mitstreiter aus Schweden, mit dem Gesamtsieg auch gelang!

Damit gingen zwar ein paar tolle OL-Tage zu Ende, jedoch schon jetzt mit der Vorfreude auf großartiges türkisches Gelände, wie bspw. im kommenden Jahr in Kappadokien, im Nationalpark Göreme (bekannt durch markante Tuffsteinformationen, die teilweise ausgehöhlt sind, so genannte „Feenkamine“).













Links:
Ergebnisse
ausführliches Video zu den Antalya O-Days







Zum Vormerken:
2011 findet der Lauf Cappad-O-cia im Tuffsteingebirge von Kappadokien statt (25.-27. März). Bevor die Karte fertig gestellt ist, ist schon ein Bericht zum Gelände erschienen: 101 orienteering maps you should run on before you die

Außerdem werden die Antalya O-Days vom 23.-27. Februar 2011 wieder stattfinden (das Datum ist noch nicht sicher).